Karrierewege

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Der Steinkohlenbergbau hat schon frühzeitig Strukturen der betrieblichen Bildung und Weiterqualifizierung entwickelt. Weitgehend blieb es allerdings dabei, dass auf den Führungsebenen Akadmiker eingestellt wurden. Aufstiegschancen waren im Übrigen auch über die Ebene der Arbeitnehmermitbestimmung gegeben, sei es innerhalb der Gewerkschaft, sei es in betrieblichen Mitbestimmungsfunktionen. Zudem führten Karrierewege selbstverständlich auch aus dem Bergbau heraus, wobei sich häufig die Ausbildung im Bergbau bezahlt machte.

Für die breite Schicht der Bergarbeiter stellte vor allem die Steigerlaufbahn den gangbarsten Weg des betrieblichen Aufstiegs dar. Bereits im 19. Jahrhundert hatte sich in Deutschland ein System beruflicher Weiterbildung für Bergleute etabliert. An sog. Bergvorschulen konnten grundlegende schulische Defizite nachgeholt werden, an den Bergschulen wurde die eigentliche Steigerausbildung nach spezialisierten Fachrichtungen absolviert. Im Ruhrgebiet war die Bergschule Bochum Kern eines ausgefeilten Ausbildungssystems, das auch in andere Reviere ausstrahlte. Hier konnten in einjährigen sog. Oberklassen auch Kurse für zukünftige Fahr- und Reviersteiger belegt werden. In den 1960er- und 1970er wurde die Bergschule zur Fachhochschule, und die Absolventen erhielten ein Ingenieurs-Zeugnis. Die Steiger als Vertreter der mittleren Führungsebene standen oft unter besonderem Druck, weil sie eine Pufferfunktion zwischen Zechenleitung und Belegschaften ausfüllten. Ihre Aufagbe war es, an höherer Stelle ausgearbeitete Produktionsplanungen in den Grubenbetrieben umzusetzen.

„Das ist mein Sohn, der ist jetzt Steiger“

Gesellschaftliches Ansehen

„Man stand unter ungeheurem Druck“

Berufswunsch Steiger

„Glückauf, Herr Steiger!“

Steigerausbildung als Entwicklungschance

„Das war damals eine harte Sache“

Steigerdiplom während der Berbgbaukrise

„Also es war schon ziemlich anstrengend“

Studium zum staatl. geprüften Elektriker 1961

„Man musste sich erst wieder dran gewöhnen“

Weiterbildung zum Maschinensteiger

Vom Steiger zum Fahrsteiger

Schritte eines späteren Werksleiters

„Gib jemand ’ne Aufgabe und er bewältigt sie“

Vom Schlepper zum Betriebsratsvorsitz

Angesichts der zunehmenden Stilllegungen von Schachtanlagen seit den 1970er Jahren nahm nun aber auch die Zahl derer zu, die zwar eine Ausbildung im Steinkohlenbergbau absolvierten, danach aber die Gelegenheit nutzten, ihren beruflichen Weg in anderen Branchen fortzusetzen. Andere, vor allem die letzten Jahrgänge Auszubildender, sind angesichts des Auslaufens der aktiven Steinkohlenförderung zu einer Umorientierung gezwungen.

Rein in die Ausbildung, raus aus dem Beruf

Berufswechsel nach der Ausbildung

„Ich hab das natürlich durchgezogen“

Blick aus dem Bergbau heraus

„Wer sein Werkzeug pflegt, dem hilft es“

Fähigkeiten für das Leben nach dem Bergbau

„Mal sehen, wo es mich hin verschlägt“

Weiterer Berufsweg nach 2018

„… ja und später dann Feuerwehr wahrscheinlich“

Weiterbildung nach Ende des Steinkohlenbergbaus