Herkunft und Anwerbung

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Seit dem 19. Jahrhundert waren die Zechen in den Steinkohlenrevieren auf Zuwanderer angewiesen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es noch zwei größere Zuwanderungswellen. Von den späten 1940er bis zu den späten 1950er Jahren fanden zahlreiche Flüchtlinge und Vertriebene Arbeit als Bergmann. Seitdem warben die Zechen bis in die frühen 1970er Jahre Zehntausende ausländische Arbeitskräfte an, so genannte Gastarbeiter.

In Folge von Flucht und Vertreibung strömten nach Kriegsende Millionen von Deutschen und Deutschstämmigen aus dem Osten in die westlichen Besatzungszonen. Die erste Anlaufstation waren zumeist ländliche Regionen, z. B. in Bayern und Schleswig-Holstein. Hier begannen die Werber des Ruhrbergbaus, bald systematisch Jugendliche und Erwachsene für die Arbeit auf den Zechen anzuwerben. Noch bis in die späten 1950er Jahre kamen Flüchtlinge aus der DDR etwa in den Ruhrbergbau.

„Ich hatte keinen leichten Stand gehabt“

Aus der DDR in den Westen

„Und dann bin ich nachgekommen mit meinem Sohn“

Von Österreich in das Ruhrgebiet

Seit 1955 schloss die Bundesrepublik mit vielen süd- und südosteuropäischen sowie mit wenigen außereuropäischen Staaten Abkommen über die Anwerbung von Arbeitskräften ab. Da diese nur für eine begrenzte Zeit in der Bundesrepublik bleiben sollten, wurden sie als „Gastarbeiter“ bezeichnet. Nach Abschluss der Anwerbevereinbarung mit der Türkei wurden die Türken rasch die mit erheblichem Abstand größte Gruppe ausländischer Arbeitskräfte im Steinkohlenbergbau. Andere kamen aus Italien, Griechenland oder Jugoslawien. Am weitesten von ihrer Heimat entfernt waren einige Tausend Südkoreaner und Japaner, die in den 1960er Jahren vor allem ins Ruhrgebiet und ins Aachener Revier kamen. Ende 1973 verhängte die Bundesregierung einen Anwerbestopp, der die weitere Anwerbung von Arbeitskräften in den Anwerbeländern, die nicht zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft gehörten, untersagte. Dennoch wuchs die Gruppe der türkischen Beschäftigten im Bergbau zunächst weiter. Die Zechen stellten weiterhin türkische Neubergleute ein, die bereits zuvor in der Bundesrepublik gearbeitet hatten. Vor allem aber begannen viele Söhne der türkischen Bergleute eine Ausbildung im Bergbau.

„Für mich war kein Ruhrgebiet, sondern Deutschland“

Anwerbeverfahren 1964

„Ich war dreizehn, vierzehn“

Als „Gastarbeiterkind" nach Deutschland

„Mein Vater ist abgeworben worden“

Vom türkischen ins deutsche Bergrevier

„… weiter mein Leben zu verbessern“

Von Südkorea ins Ruhrgebiet 1964