Ankommen

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Die Ziele der ankommenden Migranten unterschieden sich. Die Flüchtlinge und Vertriebenen der Nachkriegszeit suchten im Ruhrgebiet zumeist eine dauerhafte neue Heimat. Die Beschäftigung im Bergbau diente ihnen als Eintrittsschlüssel dazu. Die ausländischen „Gastarbeiter“ kamen, um auf den Zechen einige Jahre gutes Geld zu verdienen, das ihnen den Aufbau einer sicheren und besseren Existenz in ihrem Herkunftsland ermöglichen sollte. Die einen kamen deshalb mit Familie, die anderen ohne. Die ursprünglichen Ziele konnten sich ändern. Insbesondere seit dem Beginn der 1970er Jahre entschieden sich viele türkische Bergleute, länger oder sogar dauerhaft zu bleiben, und holten ihre Familien nach.

Ankommen mussten die meisten Migranten nicht nur in einer neuen Umgebung, in einer neuen Kultur und in einer neuen Sprache, sondern auch in einem neuen Beruf. Nur ein kleinerer Teil war zuvor im Bergbau tätig gewesen, die meisten hatten auch keine Erfahrung mit anderer Industriearbeit. Viele Flüchtlinge und Heimatvertriebene hatten zuvor in „besseren“ Berufen gearbeitet. Auch das Ankommen der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen war mit zahlreichen Konflikten mit den Einheimischen verbunden und verlief keineswegs überall und immer harmonisch. Allerdings bemühte sich der Bergbau von Beginn an, den Neubergleuten das Ankommen zu erleichtern. Für die in anderen Regionen angeworbenen, häufig aus geflüchteten oder vertriebenen Familien stammenden Jugendlichen wurden so genannte Pestalozzi-Dörfer errichtet, die ein Leben in familienähnlichen Verhältnissen ermöglichten. Die 1948 (noch unter anderem Namen) gegründete „Revierarbeitsgemeinschaft für kulturelle Bergmannsbetreuung“ (Revag) sorgte sich um die kulturelle Weiterbildung und Betreuung der Neubergleute in den Bergmannsheimen und -siedlungen.

„Wie beim Turmbau zu Babel“

Vom Harz in das Pestalozzidorf

„Da wo der Mann herkommt, da gehst Du hin“

Erste Eindrücke vom Ruhrgebiet

„Unsere erste Unterkunft, das Berglehrlingsheim“

Ankommen auf Zeche Dahlbusch

Sofern die angeworbenen Neubergleute noch jugendlich waren, kamen sie häufig wie zuvor in Pestalozzi-Dörfern unter. Oft blieb aber das Ankommen der „Gastarbeiter“ zunächst fast unbemerkt. Sie kamen zumeist in den Wohnheimen der Zechengesellschaften unter und blieben, außerhalb des Betriebes, weitgehend isoliert von der sie umgebenden Gesellschaft. Da nur ein Aufenthalt für kurze Zeit vorgesehen war, beschränkten sich die Angebote zur Erleichterung des Ankommens auf das Notwendigste. Dies änderte sich Anfang der 1970er Jahre rasch, als immer mehr türkische Bergleute sich auf einen längeren Aufenthalt einstellten und ihre Familien nachholten. Die türkischen Bergarbeiterfamilien zogen in die Zechensiedlungen, in die Nachbarschaft der einheimischen Kollegen. Die Revag konzentrierte ihre Arbeit inzwischen vollständig auf die Migrantenfamilien und bemühte sich insbesondere den Ehefrauen und Kindern der türkischen Bergleute das Ankommen zu erleichtern.

„Die waren für uns Ersatz-Mama und Papa“

Erfahrungen im Pestalozzidorf

„Das alles war natürlich sehr aufregend“

Von Istanbul ins Jugenddorf Oberaden

„Das war damals etwas ganz Ungewöhnliches“

Kongolesische Bergbaustudenten

„… und wir wollten auch selbst kochen“

Erste Eindrücke im Wohnheim

„Da haben wir gekämpft“

Bleiberecht durch Adoption

„…dann hat man schon Heimweh nach hierhin“

Überlegungen in die Türkei zurückzukehren

„… eine Tagung für ausländische Vertrauensleute“

Entstehung der Recklinghäuser Tagung

„… ob ich meine Landsleute betreuen kann“

Dolmetscher-Tätigkeiten in den 1970er Jahren

„Also es war keine reine soziale Veranstaltung“

Zuwanderung zwischen sozialen und unternehmerischen Interessen

„Ich kannte die REVAG schon als Kind“

Soziale Betreuung der Migration

„In der heutigen Zeit könnte das als Vorbild dienen“

Zuwanderung in das Ruhrgebiet